Pergamon (Bergama)
Hier wurde 2.000 Jahre vor der modernen Klinik Medizin praktiziert.
Das Asklepieion von Pergamon war eines der großen Heilzentren der Antike — und die Stadt, in der Galen, dessen Ideen die Medizin der folgenden vierzehn Jahrhunderte prägten, geboren und ausgebildet wurde.

Ein Krankenhaus vor den Krankenhäusern
Das Asklepieion — ein Heiligtum des Heilgottes Asklepios — entstand ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. und erreichte unter römischer Herrschaft im 2. Jahrhundert n. Chr. seinen Höhepunkt. Behandlung bedeutete vieles zugleich: Schlaftherapie in Inkubationsräumen, Thermalwasser, Schlammbäder, vorgeschriebene Ernährung und Bewegung sowie Aufführungen im eigenen Theater. Ein überdachter heiliger Weg führte die Patienten zu den Schlafräumen hinab. Vieles von dem, was moderne Kliniken ganzheitliche Versorgung nennen, wurde hier bereits praktiziert.
Galen von Pergamon
Galen wurde um 129 n. Chr. in Pergamon geboren und begann als Arzt der Gladiatoren — eine Aufgabe, die ihm ungewöhnlich unmittelbare Kenntnisse über Wunden und Anatomie vermittelte. Später ging er nach Rom und diente am Kaiserhof. Seine Schriften über Anatomie, Physiologie und Pharmakologie blieben bis ins 16. Jahrhundert medizinische Standardwerke in Europa und der islamischen Welt.
Anreise
Pergamon und seine vielschichtige Kulturlandschaft wurden 2014 UNESCO-Welterbe. Neben dem Asklepieion besitzt die Akropolis das steilste erhaltene Theater der Antike, in den Hang geschnitten. Bergama liegt etwa 105 km nördlich von Izmir — weniger als zwei Autostunden entfernt.


